Führung mit Werten
„Führung mit Werten“ – oder kann man auch ohne Werte führen?
Natürlich nicht, also worum geht es dabei genau? Jeder Mensch vertritt bestimmte Werte, an denen er sich orientiert: Gesundheit, Erfolg, Wohlstand, Status, Harmonie, Freundschaft, Leistung, Spaß, Wettbewerb usw. Und da Führungskräfte gewöhnlich auch Menschen sind, können sie auch nur gemäß ihren eigenen Werten führen. Sollten sie auch, denn ansonsten sind sie wenig glaubwürdig und werden kaum ernst genommen.
Was ist denn dann gemeint? Vielleicht „Führung mit bestimmten Werten“? Manchmal erweckt das den Anschein. Denn meist fallen im Zusammenhang mit der Empfehlung, „mit Werten zu führen“ Begriffe wie „Nachhaltigkeit“, „Verantwortung“, „Respekt“, „Toleranz“ usw. Natürlich kann niemand ernsthaft gegen diese Werte sein, aber will man wirklich vorschreiben, welche Dinge wir für „wertvoll“ zu halten haben?
Dass man in einem Unternehmen eine Wertediskussion anstößt nach dem Motto: „Wofür steht unser Unternehmen eigentlich? Wofür sollte es stehen? Welche Werte sind im Einklang mit dem Bild, das unser Unternehmen nach innen und außen bietet? Welche nicht?“ ist extrem sinnvoll. Allerdings nicht, wie es oft empfohlen wird, um anschließend eine neue „Wertekultur“ einzuführen. Sondern vor allem deshalb, um dem Management die Chance zu geben, die Haltung der Mitarbeiter mit der eigenen Wertehierarchie zu vergleichen.
In kleinen Unternehmen ist das im Grunde kein Thema: Hier vertritt der Unternehmer bestimmte Werte, lebt und führt entsprechend, und jeder weiß, wofür er und damit das Unternehmen steht. Man findet sich mit seinen Werten darin wieder oder ist im falschen Laden. In großen Unternehmen, so die Behauptung, ist das anders. Da müssen die Werte in Leitbildern beschrieben und festgehalten, auf Kärtchen gedruckt und jedem Mitarbeiter in die Hand gedrückt werden. Sollte er einmal vergessen, was wichtig ist, kann er mal eben nachschauen. Wissen die Menschen in großen Unternehmen wirklich nicht, wofür ihr Arbeitgeber steht?
Fazit: Das Management sollte sich hin und wieder einmal fragen, worum es ihm tatsächlich geht, genau das deutlich sagen und konsequent danach handeln . Zu einfach? Klar, weil es so einfach dann doch nicht geht. Vor allem, wenn die Leitfigur im Unternehmen sich verabschiedet, dann besteht dringend Handlungsbedarf!
Kommentare und Erfahrungsberichte sind wie immer willkommen! Senden Sie diese bitte direkt an mich: tobias.wunsch@topbusinessag.com
Ihr Tobias Wunsch
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