Zertifizierter Prozessmanager
Der Teilnehmerkreis
Mitarbeiter und Führungskräfte aus allen Bereichen, die im Unternehmen für Prozesse verantwortlich sind oder an deren Gestaltung/Verbesserung arbeiten.
Kernmodul 1 – Prozessmanagement
Die Qualifizierung ist in Form von zwei Trainingsblöcken mit eingeschobener einmonatiger Praxisphase konzipiert. Die Teilnehmer erfahren im ersten Trainingsblock einen vollständigen Überblick über alle Aspekte des Prozessmanagements. Sie suchen sich für die Praxisphase ein passendes Arbeitsthema aus, das sie innerhalb eines Monats realisieren möchten. Im zweiten Trainingsblock diskutieren die Teilnehmer über ihre Erfahrungen. Passend zu den Teilnehmerthemen werden theoretische Vertiefungen geboten.
Ziele
Die Teilnehmer kennen die grundlegenden Anforderungen eines modernen Prozessmanagements. Sie verstehen das neue „prozesshafte” Denken und kennen die damit verbundenen Vorteile, aber auch die zu erwartenden Widerstände in der Organisation. Die Werkzeuge und Aktionen zu jeder Stufe des Prozesszyklus werden verstanden und können angewendet werden. Die Messung der Prozessleistung über Performance-Indikatoren ist ihnen ebenso vertraut wie die Steuerung und Koordinierung funktionsübergreifender Teams. Die Teilnehmer sind in der Lage, wirkungsvolle Aktionen zur Prozessverbesserung zu planen und zu verwirklichen. Sie haben erste praktische Erfahrungen mit ausgesuchten Aspekten des Prozessmanagements gesammelt.
Schwerpunkte
- Grundlagen des Prozessmanagements
- Die Prozessorientierung als neue Ausrichtung
- Eine Roadmap zur Einführung von Prozessmanagement
- Der gezielte Einstieg an der richtigen Stelle in der richtigen Form
- Widerstände gegen eine Veränderung der Organisation und Hierarchie
- Kritische Erfolgsfaktoren / mögliche Stolpersteine
- Neue Aufgabenverteilung in der Matrixorganisation
- Die Aufgaben des Prozessmanagers
- Führen von Prozessteams
- Der Prozessverbesserungszyklus
- Erfassen und Beschreiben von Prozessen
- Analysieren von Prozessen und Verbessern des Prozessablaufs
- Prozesskontrolle und -steuerung mittels Performance-Indikatoren
- Die Balanced Scorecard
- Die Prozessbewertung über Assessment Werkzeuge
- Die Methoden der Prozessverbesserung, KVP, Lean, SixSigma
- Der eigene Aktionsplan
- Feedback und Diskussion der Zwischenergebnisse
Kernmodul 2 – Führen in Prozessen
Ziele
Die Arbeit in bereichs- bzw. funktionsübergreifenden Prozessen stellt neben fachlich-inhaltlichen besondere persönliche Anforderungen an die Betroffenen. Mitarbeiter sehen sich vor der Herausforderung, größere Verantwortung übernehmen zu müssen, werden direkt mit Konflikten an den Schnittstellen konfrontiert und sind in besonderem Maße kommunikativ gefordert, um nur ein paar wichtige Aspekte zu benennen. Diese Veränderungen schlagen sich unmittelbar in den Anforderungen an die Führungsarbeit nieder. Es geht deshalb in diesem Modul darum, Führungskräfte in die Lage zu versetzen, mitarbeiterzentriert zu fördern und zu entwickeln, um so die Funktionsfähigkeit und Stabilität der Prozesse sicherzustellen und gleichermaßen die Weiterentwicklung und Anpassung der Prozesse zu ermöglichen.
Schwerpunkte
- Führen in einer Welt permanenter Veränderung
- Ein prozessorientiertes Umfeld schaffen – Empowerment
- Situativ führen – den passenden Führungsstil finden
- Wahrnehmung/mentale Modelle: Zusammenhang von Denken und Handeln
- Kommunikation und Feedback – Schlüsselinstrumente der Führung
- Motivation und Möglichkeiten des Einflusses auf die Motivation
- Management by Objectives im Prozessmanagement – Zielfindung und Zielvereinbarung
- Führen von Gruppen – Hochleistungsteams entwickeln
- Umgang mit Konflikten in Prozessen – Konstruktive Konfliktlösung
- Bereichsübergreifende Integration – Abteilungsdenken nachhaltig überwinden
Kernmodul 3 – Prozesscontrolling
Ziele
Die Prozessziele bereichsübergreifender Prozesse haben einen anderen, weiter gefassten Fokus als typische Abteilungsziele. Entsprechend ist auch die Messung der Prozessleistung anders ausgerichtet. Drei Interessengruppen müssen gleichwertig berücksichtigt werden, die Kunden mit ihren Ansprüchen – das Unternehmen mit seinen Zielen – der Prozess mit seinen Begrenzungen. Das Controlling eines Prozesses besitzt also immer mehrere Dimensionen.
Die Teilnehmer kennen die speziellen Ansprüche an Prozesse und können diese in eine ausgewogene Balance bringen. Sie haben Werkzeuge des Controlling kennengelernt und sind in der Lage, die Ergebnisse nicht nur zu interpretieren, sondern auch entsprechende Korrekturmaßnahmen abzuleiten. Der typische Regelkreislauf aus Planen – Ausführen – Messen – Korrigieren (PDCA) wird als Idealform der Prozesssteuerung verstanden. Prozesseigenschaften wie Effektivität, Effizienz, Flexibilität und Robustheit können in entsprechende Performance-Indikatoren umgesetzt werden.
Schwerpunkte
- Regelkreisläufe in Unternehmen
- Der PDCA-Kreislauf
- Prozessanforderungen wie Effektivität und Effizienz
- Die überall gültigen Erfolgsfaktoren Quality-Delivery-Cost
- Der Weg von der Einzelmessung zum Makroindikator
- Prinzip der Balanced Scorecard
- Die Zielsetzung
- Reaktionen auf Abweichungen
- Ursache-Wirkungszusammenhänge
- Integration unterschiedlicher Methoden und Handlungsempfehlungen
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